Grundsteuer C
Villingen-Schwenningen bereitet Einführung vor
Nach langer Diskussion will die Stadt Villingen-Schwenningen will die Grundsteuer C einführen. Der Gemeinderat hat bei der jüngsten Beratung des neuen Haushaltsplans beschlossen, die neue Steuer für unbebaute, aber baureife Grundstücke vorzubereiten. Nach derzeitiger Planung soll sie ab dem Jahr 2027 erhoben werden.
Bis dahin wartet allerdings noch viel Arbeit auf die Stadtverwaltung. Denn zunächst muss genau festgelegt werden, welche Grundstücke überhaupt unter die neue Regelung fallen. Voraussetzung ist, dass die Flächen unbebaut sind, zugleich aber als Bauland genutzt werden könnten. Die Prüfung gilt als aufwendig, weil die Stadtkämmerei jedes Grundstück einzeln bewertet werden muss.
Mit der Grundsteuer C verfolgt die Stadt vor allem ein wohnungspolitisches Ziel:
Eigentümer sollen motiviert werden, baureife Grundstücke tatsächlich zu bebauen. Damit will die Kommune zusätzlichen Wohnraum schaffen und zugleich verhindern, dass erschlossene Bauflächen über viele Jahre brachliegen, während sich die Knappheit an Wohnungen weiter verschärft. Ein Sprecher der Stadt erklärte auf Anfrage, man wolle den Druck auf Grundstückseigentümer erhöhen, damit vorhandenes Bauland genutzt werde.
Für Stadtkämmerer und Verwaltung hat die neue Steuer daneben auch eine finanzielle Bedeutung. Dabei spielt eine Rolle, dass der Grundstückswert bei der Berechnung der Grundsteuer inzwischen deutlich stärker ins Gewicht fällt. Rechnet die Stadt wie geplant ab 2027 mit der Grundsteuer C, erwartet sie jährliche Mehreinnahmen von rund 300.000 Euro. Bis zum Jahr 2030 könnten so insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro zur Konsolidierung des städtischen Haushalts beitragen.
Berthold Merkle
